
Transformation einer Scheune
Transformation einer Scheune
Denkmalgerechte Neuinterpretation in Neuental-Zimmersrode
Die Idee
Zwischen Vergangenheit und Zukunft entsteht Architektur dort, wo Bestehendes nicht ersetzt, sondern weitergedacht wird. Die ehemalige Scheune – ein Zeugnis ländlicher Baukultur um 1900 – wird nicht überformt, sondern behutsam transformiert.
Ziel des Projektes ist es, die ursprüngliche Identität des Gebäudes zu bewahren und gleichzeitig neue, zeitgemäße Räume zum Leben zu schaffen.
Der Bestand
Das Gebäude erzählt seine Geschichte über Material und Konstruktion:
massiver Sandsteinsockel
Eichenfachwerk als tragendes Gerüst
traditionelle Ausfachungen aus Lehm und Ziegel
Doch der Zustand machte die Fragilität sichtbar:
Feuchtigkeitsschäden, verformte Tragstrukturen und statische Defizite führten zu einer konstruktiven Schieflage des gesamten Gebäudes. Gerade diese Spuren wurden zum Ausgangspunkt des Entwurfs.
Der Entwurf
Die architektonische Strategie folgt einem klaren Prinzip:
Erhalten, stärken, weiterbauen.
Die Scheune wird nicht rekonstruiert – sie wird neu interpretiert:
Zwei Wohneinheiten entwickeln sich im Ober- und Dachgeschoss
Das Erdgeschoss bleibt als robuste, funktionale Ebene für Garagen erhalten
Die Anhebung der Traufe schafft neue räumliche Qualität und Proportion
Balkone öffnen das Gebäude subtil zur Landschaft
Alt und Neu stehen dabei nicht im Widerspruch, sondern im Dialog
Die Konstruktion
Das Tragwerk wird zur zentralen Entwurfsaufgabe:
geschädigte Bauteile werden präzise ersetzt
bestehende Strukturen werden stabilisiert und ergänzt
neue Elemente treten bewusst zurück und respektieren den Bestand
Die Fachwerkkonstruktion bleibt lesbar – als räumliches Gerüst und identitätsstiftendes Element.
Material und Ausdruck
Die Materialität folgt der Logik des Hauses:
Holz bleibt Holz
Stein bleibt Stein
neue Bauteile sprechen eine ruhige, zeitgemäße Sprache
Die Giebelflächen greifen historische Vorbilder auf und übersetzen sie in eine reduzierte, klare Gestaltung.
So entsteht eine Architektur, die nicht laut ist – aber präzise.
Licht, Raum, Nutzung
Durch gezielte Eingriffe entstehen neue Qualitäten:
Dachflächenfenster bringen Licht tief in die Struktur
offene Grundrisse ermöglichen flexible Nutzung
die Balkone erweitern den Wohnraum ins Freie
Das ehemals reine Wirtschaftsgebäude wird zu einem Ort des Wohnens – ohne seine Herkunft zu verlieren.
Nachhaltigkeit im Bestand
Die nachhaltigste Architektur ist die, die bereits existiert.
Erhalt und Weiterverwendung der vorhandenen Struktur
Integration einer Photovoltaikanlage
minimale Eingriffe bei maximaler Wirkung
Das Projekt zeigt, wie Bestand zur Ressource wird.
Architektonische Haltung
Dieses Projekt steht exemplarisch für eine Haltung:
Architektur entsteht nicht durch Ersetzen, sondern durch Weiterbauen.
Die Scheune bleibt erkennbar – und wird dennoch etwas Neues
Projektdaten
Ort: Neuental-Zimmersrode
Typ: Denkmalgeschützte Scheune (ca. 1900)
Nutzung: Wohnen und Garagen
Maßnahme: Sanierung, Umbau, Dachausbau
Planung: Architekturbüro Fawier
Erfahren Sie mehr über dieses Projekt und unsere Leistungen von der Planung bis zur Umsetzung.
Kontakt aufnehmen






